Steckenpferde haben die Zeiten überdauert
Hobby Horse oder Hobby Horsing ist eine Freizeitbeschäftigung, bei der ein Stock mit einem Pferdekopf aus Plüsch oder Stoff verwendet wird. Die Ursprünge dieses traditionellen Zeitvertreibs reichen bis in die Antike zurück. Erstmals wurde er im 12. Jahrhundert in Frankreich dokumentiert, wo er „la chevalerie“ genannt und als Kinderspiel verwendet wurde. Weitere Versionen des Spiels wurden in Europa und Asien entdeckt. Das Steckenpferd spielte in der Reittradition vieler Länder eine Rolle. So begannen beispielsweise im Mittelalter angehende Reiter, ritterliche Bewegungen nachzuahmen, indem sie auf Holzpferden ritten. Später gehörten Steckenpferde, insbesondere im 19. Jahrhundert, sogar zu den Lieblingsspielzeugen von Kindern, die viel Zeit damit verbrachten, sie zu schmücken und wie echte Pferde zu verwöhnen. Diese Steckenpferde waren weiterhin aus geschnitztem Holz gefertigt und bemalt.
L’essor des Hobby Horse
Die modernere Version des Steckenpferds entstand vermutlich im 18. Jahrhundert in England und Deutschland, als Kinder auf eigene Initiative ihre eigenen Holzpferde bastelten. Sie befestigten einen geschnitzten Pferdekopf aus Holz an einem Holzstock. In England nannte man diese Spielzeugpferde „toy-horses“ oder „stick-horses“. Danach verbreitete sich das Spiel in ganz Europa und wurde sowohl auf dem Land als auch in den Städten immer beliebter.
Gleichzeitig rückte das Reiten auf echten Pferden durch Dressurprüfungen und Wettbewerbe, an denen Adel und Königshaus teilnahmen, ins Rampenlicht.
Das Hobby Horsing heute
In den vergangenen Jahrzehnten hat Hobby Horsing weltweit wieder an Interesse gewonnen, vor allem wegen seines sozialen Reizes und seines Potenzials, sich selbst auszudrücken. Es ist bei jungen Erwachsenen bis über 18 Jahre ebenso beliebt geworden wie bei Kindern, die nicht nur gerne reiten, sondern auch durch Choreografien und Kostümdesign ihre ganz eigenen Reitergeschichten gestalten.
Hobby-Horse-Begeisterte bilden oft sehr enge Gemeinschaften, in denen sie Ideen und Trainingstipps austauschen und sich durch kreative Aktivitäten gegenseitig unterstützen.
